Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Monitoring Ostsee

Veranlassung und Ziel

Beim Ausbau der Oststrecke des NOK fallen ca. drei Mio. m³ gewachsener Boden als  Nassbaggergut an. Dieses natürliche Material wird auf die Verbringungsfläche B1 in die Ostsee umgelagert. Die 900 x 900m große Fläche befindet sich ca. 10 km vor der Küste.
Der Transport und die Umlagerung erfolgt mittels Klappschuten. Klappschuten werden über das Aufklappen des Rumpfes geleert. Die entstehende kurzzeitige Trübung beim Entladen wird messtechnisch begleitet.

Die ermittelten Daten sollen darstellen, dass die entstandene Trübung außerhalb des Messfeldes nicht mehr nachweisbar ist. Die Referenzstation (R1) zeichnet Daten auf, welche durch die Verbringung nicht beeinflusst sind. Hier wird unter anderem die natürliche Trübung dokumentiert. Diese kann durch Wind, Strömung oder Algenblüte entstehen.


Messsystem

Messprogramm dieser Stationen umfasst folgende Parameter:

  • Strömungsgeschwindigkeit und Strömungsrichtung
  • Trübung und Fluoreszenz
  • Temperatur
  • Leitfähigkeit
  • Sauerstoffgehalt

Die wesentlichen Bestandteile des Messsystems sind

  • Boje
  • Datenlogger
  • Sensoren
  • Energieversorgung
  • Ankerstein
  • Bergesystem mit Kugelboje

Messphasen des Monitorings

Die Nullmessung wird ein Jahr lang die natürlichen Revierbedingungen im Verbringungsfeld erfassen. Es werden drei Messstationen ausgelegt (R1, M1, M2).  

In der Kampagnenmessung wird die Verbringung von ca. zehn Klappschuten auf der Ablagerungsfläche beobachtet, messtechnisch verfolgt und die Daten ausgewertet.  
Das Ziel der Kampagnenmessung ist die Erfassung von Messdaten während realer Verbringungsvorgänge. Zur Verdichtung der Messdaten wird das Messsystem dabei um drei weitere Messstationen (M3, M4, M5) erweitert.
Die ermittelten Daten aus der Null- sowie der Kampagnenmessung werden anschließend zum Steuern der Abladepositionen innerhalb der Verbringungsfläche genutzt. So soll die Trübungswolke auf den Wirkraum des Verbringungsfeld beschränkt werden.

Die Hauptphase der Nassbaggergutverbringung in der Kieler Bucht wird messtechnisch in der Dauermessung begleitet. Die Messdaten werden permanent an allen sechs Messstationen aufgezeichnet und ausgewertet.

Die Messdaten stehen im Onlinedaten Messnetz zur Verfügung. Die Bereitstellung von plausibilisierten Messdaten ist geplant.